Touristenzentren,
kreiert von César Manrique
La Cueva de los Verdes
La
Cueva de los Verdes (Die Höhle der Familie
Verde) ist ein ungefähr ein Kilometer langer Abschnitt
eines der längsten Lavatunnels der Welt, El
Tubo Volcánico de los Jameos genannt. Diese
kolossale schlangenförmige Höhle erreicht
allein auf dem Festlandsockel eine Länge von über
6 Kilometern und verläuft noch etwa 1,5 km unter
dem Meeresgrund weiter.
Das Wort Jameo stammt aus der Sprache
der Urbevölkerung von Lanzarote. Damit werden die
außergewöhnlich großen, charakteristischen
Öffnungen bezeichnet, die durch das Einstürzen
der Decke vulkanischer Höhlen entstehen, wie das
z.B. bei dem großen Trichter der Fall ist, an
dessen tiefstem Punkt sich der Eingang zur Höhle
befindet, und gleich daneben der Ausgang.
Diese Lavatunnel - wie diese Art Höhlen
in der Geologie bezeichnet werden - entstehen immer
dann, wenn durch das Innere eines älteren Schmelzflusses,
der noch nicht komplett erstarrt ist, ein neuer Schwall
von flüssiger, weißglühender Lava strömt.
Es tritt dann der Moment ein, in dem die obere Schicht
der Gesteinsschmelze durch die kühlende Umluft
erstarrt, und so die Decke des Tunnels gebildet wird.
Läuft die innere Masse dann durch das Nachlassen
des Lavastroms aus, verbleiben diese charakteristischen,
röhrenförmigen Höhlen.
Im vorliegenden Fall dürfte sich
dieser Prozess wiederholt haben, da ein Großteil
des Tunnels aus zwei übereinander liegenden Galerien
besteht, die nur stellenweise durch große Einsturzöffnungen
miteinander verbunden sind. An mehreren Stellen von
erheblicher Länge fehlen die horizontalen Trennwände
durch erfolgte Einstürze ganz.
Nach fundierten Schätzungen entstand
dieser große Lavatunnel vor ungefähr drei-
bis fünftausend Jahren. Es wird angenommen, daß
der ungeheure Ausbruch des Vulkans La Corona,
in dem der Tunnel seinen Ausgang nimmt, zu dieser Zeit
stattgefunden hat.
Die Höhle hatte während der
vielen Pirateninvasionen, denen die Insel in den vergangenen
Jahrhunderten ausgesetzt war, eine besondere Bedeutung:
sie diente der Inselbevölkerung als sicherer Unterschlupf.
Die El Refugio (Zufluchtsstätte) genannte
Kammer, die im verstecktesten Teil der Höhle liegt,
war zur damaligen Zeit praktisch uneinnehmbar. Ihr Zugang
besteht aus einem engen, niedrigen Durchlass, durch
den sich jeweils nur eine Person kriechend hindurchzwängen
kann. Am Ende dieses Höhlenraumes befindet sich
ein ca. 15 Meter tiefer Abgrund, den man nur mit Hilfe
von herabgelassenen Leitern oder Seilen überwinden
kann.
Nachdem die Höhle dem Zweck entsprechend
ausgestattet war, u.a. mit einem begehbaren Weg und
einigen zusätzlichen Treppen, wurde sie von der
Inselverwaltung im Jahre 1964 für das Publikum
eröffnet.
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