Fakten: Größe:
378 km² Einwohner: ca. 18000 Hauptstadt: San Sebastian
(ca. 5.000 Einwohner) Die Geschichte und Besiedlung
La Gomeras lässt bis heute viel Platz für Mutmaßungen und Hypothesen.
Als "Inseln der Glückseligen" bezeichnet, ranken sich seit der
Antike Legenden und Mythen um die Kanaren. Dichter und Philosophen priesen
sie aufgrund ihres milden Klimas, der paradiesischen Natur und des glücklichen
Lebens. Obwohl die genaue geographische Lage der Kanarischen Inseln schon
im Jahre 85-160 n. Chr. durch den Mathematiker und Geographen Claudius Ptolemäus
erfasst wurde, hüllte sich aus Desinteresse bis ins Mittelalter der Mantel
des Vergessens über die "Inseln der Glückseligen".
Als im 13. Jahrhundert die Europäer das Archipel wiederentdeckten, fanden
sie keine Anhaltspunkte für denkbare Kontakte anderer Völker mit den
Kanaren. Nicht nur die europäischen Züge der Einheimischen, sondern
auch die unberührt gebliebene steinzeitliche Kultur verblüfften die
Seefahrer. Bis heute existieren unzählige Erklärungsversuche
dafür, woher die Ureinwohner kamen und wie sie ihre Kultur über so lange
Zeit den Fortschritten der modernen Zivilisation verschließen konnten. Auch
wenn sich keine direkten Spuren dafür finden lassen lautet eine These, dass
nordwest-afrikanische Berberstämme um 500 v.Chr. die Kanarischen Inseln besiedelten.
Genetische Untersuchungen und die unmittelbare Nähe des afrikanischen Kontinents
legen diese Schlussfolgerung nahe. Die einfachen Schiffe der Berber machen
jedoch eine andere These wahrscheinlicher, der zufolge die Ureinwohner von der
Iberischen Halbinsel kamen, da die zwischen Marokko und den östlichsten Kanarischen
Inseln herrschenden Strömungsverhältnisse und Passatwinde für die
Navigationstechnik der Berber ein fast unüberwindliches Problem dargestellt
haben dürften. Heutige Simulationen der "primitiven" Technik zeigten,
dass Flösse, die von der Küste Marokkos aus starteten, südlich
an den Kanaren vorbei trieben. Von Erfolg gekrönt waren demzufolge nur Seefahrten,
die soweit wie möglich im Norden begannen. Somit ist es nicht auszuschließen,
dass die Besiedlung vom spanischen Cadiz oder der portugiesischen Algarveküste
aus begann. Zu Beginn der Jahrhundertwende
kam der Tourismus auf den Kanaren langsam auf. Zu dieser Zeit konnten sich
aber nur Adelige und Reiche einen Aufenthalt auf den Kanaren leisten.
Als aber in den 60er Jahren der Charterverkehr
in Richtung Kanaren startete, wurde es immer mehr Menschen möglich, sich
als Urlaubsziel die Kanaren auszusuchen. Gomera war jedoch bis 1974 nur zweimal
wöchentlich mit einer Schiffsverbindung zu erreichen und somit blieb der
Strom der Touristen begrenzt (1973: 20.000 Besucher). Die Ferry Gomera schuf
mehrmalige Verbindungen zur zweitkleinsten Insel des Archipels. Fortan war Gomera
ein Geheimtipp für Individualisten, Aussteiger (vor allem Deutsche), Hippies
und Wanderfreunde. Die Inseleinwohner - Gomeros genannt - jedoch wollen
nach einer Bettenzunahme von über 500 % (von 1970 bis 1990) weitere
Kreise für einen Urlaub auf Gomera begeistern. |