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La Palma - Geschichte der Insel La Palma

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La Palma

Größe: 706 km²
Einwohner: ca. 80.000
Hauptstadt: Santa Cruz de la Palma (ca. 18.000 Einwohner)

La Palma ist eine Insel voller Kunstschätze und architektonischer Juwelen, eine Insel mit blühendem Kunsthandwerk und voll von europäischer und amerikanischer Geschichte. Und nur 500 Jahre ist es her, dass hier noch die Guanchen lebten, ein Steinzeitvolk vor den Toren der zivilisierten Welt.

Von der Erstbesiedelung der Kanaren weiß man bis heute noch nicht viel. Wahrscheinlich waren es Berber vom benachbarten Afrika, die den Weg über das Meer gefunden haben. Die ältesten untersuchten Fundstücke wurden auf ca. 200 Jahre vor Christus datiert. Der Kulturstand der Guanchen, so nennt man die Ureinwohner der Kanaren, kann man vergleichen mit dem der Steinzeit. Sie lebten in Höhlen, kleideten sich mit Fellen, benutzten einfachstes Werkzeug und gravierten Steine mit rätselhaften Motiven. Die kanarische Urbevölkerung hat sich auf der Grundlage des cromagniden wie mediterranirden Menschentyps entwickelt. Auf La Palma waren beide Typen gleich stark vertreten. Ab dem Jahr 1405 hat sich dieser Zustand allerdings grundlegend geändert. In der Zeit der Conquistadores wurde La Palma ins spanische Königreich integriert. Dieser Riesenschritt aus der Steinzeit in die Neuzeit war sehr menschenzehrend; doch wie auch in anderen Kulturen wurden die Ureinwohner von La Palma nicht vollständig ausgerottet. Erst vor kurzem erfolgte eine erneute Integration, dieses Mal in die Europäische Union. Mittlerweile nähert sich der Lebensstandart hier auf La Palma dem auf dem europäischen Festland und wird ihn schon sehr bald erreicht haben. Was die Palmerische Kultur aus der Guanchenzeit bis in die Gegenwart transformiert hat, kann wohl niemand erklären. Von den ehemals 11 Königreichen erinnern nur noch die Namen bestimmter Gebiete wie: Aridane, Tituya, Tigalate oder Tijarafe. Daß die Frauen zur Guanchenzeit eine bestimmte Macht besaßen, könnte man eventuell noch an der Ehrerbietung erkennen, die vor allem älteren Frauen auf La Palma gezeigt wird oder dem Selbstverständnis der Frauen, sich zu behaupten und sich nicht willenlos zu unterwerfen. Von den alten Göttern ist allerdings nichts mehr zu spüren. Wie in fast allen Südländern werden auch auf La Palma christliche Gottheiten verehrt und an bestimmten Feiertagen durch die Straßen getragen. Die Konquistadoren haben nach ihrer Unterwerfung der Insel unter die spanische Krone ganze Arbeit geleistet und den Katholischen Glauben fest verankert. Die Einheimischen hatten Ihre Insel Benaohare genannt; damals ist sie in 12 Kreise eingeteilt gewesen, die von 12 Herrschern regiert wurden.

Mit der Landung der spanischen Truppen des Stadthalters Alonso Fernández de Lugo an den Stränden von Tazacorte begann am 29. September die Eroberung von La Palma, die erst am 3. Mai des darauffolgenden Jahres abgeschlossen war. Nachdem die Eroberung abgeschlossen und La Palma dem Königreich Kastilien einverleibt worden war, begann der Zustrom der von den Reichtümern der Insel angelockten Kastilier, Mallorkiner, Katalanen, Portugiesen, Italiener und Holländer. Zusammen mit den wenigen Einheimischen welche die Invasion überlebt hatten, bildeten sie jenes Völkergemisch, dem die gegenwärtige Bevölkerung von La Palma entstammt.

Schon im 16. Jahrhundert erlebte die Insel einen beachtlichen Aufschwung: Zucker und auch Malvasier-Wein, Honig und andere Produkte wurden in erheblichen Mengen ausgeführt. Die ersten Werften wurden errichtet, der Hafen von Santa Cruz de La Palma (Heiliges Kreuz von La Palma) war mit seinen Seeverbindungen nach Europa und Amerika Schauplatz geschäftigen Handels.

Dieser aufblühende Wohlstand zog aber auch die berühmt berüchtigten Piraten und Kosare an, z.B. den Franzosen Holzbein (Jambe de Bois, Pata de Palo), der 1553 Santa Cruz de La Palma erst plünderte und dann in Brand steckte, wobei große Sehenswürdigkeiten und bedeutende Stadtarchive den Zerstörungen zum Opfer fielen.

Im 17. Jahrhundert galt Santa Cruz nach Antwerpen und Sevilla als der drittgrößte Hafen des spanischen Weltreiches. Hier wurden die Schiffe nach Amerika abgefertigt; auch das erste Indiengericht (Juzgado de Indias) ist hier eingerichtet worden.

Besonders erwähnenswert ist noch der durch den Holzreichtum der Wälder begünstigte Schiffsbau: Bald nach der Eroberung hatten sich die ersten Schiffsbauer hier niedergelassen; ihre großartige Tätigkeit ist dann bis in die 40er Jahre dieses Jahrhunderts fortgesetzt worden. In Ihren Werften sind so seetüchtige Schiffe vom Stapel gelaufen wie La Amistad (Die Freundschaft), San Miguel Nivaria (Hl. Michael Nivaria), Rosa del Turia (Rose der Turia), Ninfa de Los Mares (Nymphe der Meere), La Fama (Der Ruhm), El Triunfo (Der Triumph), La Verdad (Die Wahrheit), etc.

Von diesen allen ist aber La Verdad besonders hervorzuheben; in allen Häfen, die sie in Europa und Amerika anlief, ist sie bewundert worden. 1873 hatte Don Sebastian Arocena sie gebaut, sie war von Bug bis Heck 40 m lang und konnte 700 Tonnen laden. Es heißt, sie habe auf ihren zahlreichen Fahrten nach Kuba nahezu 400 Passagiere befördert, die Besatzungen nicht mitgerechnet. Und sie habe es geschafft, für die Überfahrt von La Palma nach Kuba nur 18 Tage zu brauchen, was für die damalige Zeit ein gewaltiges Ereignis war. Das Jahr 1899 brachte dann diesem im Volk beliebten Schiff das Ende: Vor den Bermudas Inseln ging es unter.

Im 19. Jahrhundert wurde auf der Insel die Schildlauszucht eingeführt. Für die Landarbeiter bedeutete die so möglich gewordene Farbenherstellung eine wichtige Einnahmequelle. Auch Zuckerrohr wurde wieder angebaut, nachdem dieser Produktionszweig lange Zeit brachgelegen hatte.

Im 20. Jahrhundert nahm dann der noch im Jahrhundert zuvor begonnene Bananenanbau solche Ausmaße an, daß er in der Gegenwart die wirtschaftliche Grundlage von La Palma darstellt: Seine Ausfuhren betragen mehr als 130 Millionen Kilogramm.

Ergänzt wird die Wirtschaft der Insel noch durch die Ziegenzucht, eine kleine Tabakindustrie, den Anbau von Wein und von Avocadobäumen und durch eine junge Tourismusindustrie.

Die Arbeit der Landwirte von La Palma ist freilich besonders zu würdigen. Mit schier übermenschlichen Anstrengungen haben sie aus dem Inneren der Insel Wasser herbeigelenkt und unzugänglichen Stellen Erde zusammengetragen und so dort, wo früher nur unergiebiges Lavagestein lag, fruchtbare, bewässerte Felder angelegt.

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