Touristenzentren, kreiert von César
Manrique
Los Jameos del Agua
Das Kulturzentrum Los Jameos del Agua
(Die Wasserdolinen) ist Teil eines über sechs Kilometer
langen Lavatunnels, der sich im Innern der immensen
Lavaströme bildete, die bei der gewaltigen Eruption
des Vulkans La Corona vor einigen tausend Jahren
den nordöstlichsten Teil der Insel bedeckten.
Das Wort jameo stammt aus der Sprache
der Urbevölkerung der Insel und entspricht dem
spanischen Wort torca, das eine trichterförmige
Vertiefung im Erdboden bezeichnet. Auf unserer Insel
entstanden diese Vertiefungen durch das Einstürzen
der Decke vulkanischer Höhlen.
Diese beeindruckende Stätte wurde
durchdacht ausgestattet mit Restaurants, Bars, Tanzböden,
Schwimmbecken, und einem 500 Personen Platz bietenden
Saal, in dem regelmäßig ausgezeichnete Konzerte
stattfinden; und das Ganze wurde mit üppigen exotischen
Pflanzen und originellen Zierelementen versehen.
Ein faszinierender Zauber geht von dem
kleinen Salzsee mit seinem kristallklaren Wasser aus,
der sich im Inneren der Höhle durch das Einsickern
von Meerwasser gebildet hat. Da seine spiegelglatte
Oberfläche bewegungslos ist, kann man den Gezeitenwechsel
genauestens wahrnehmen. Genau darüber, im Mittelpunkt
des Deckengewölbes, befindet sich eine schmale
Öffnung. Das in den Mittagsstunden durch diesen
Zwischenraum einfallende Sonnenlicht ruft beim Auftreffen
auf das kristallklare Wasser einen Effekt von einzigartiger
Schönheit hervor. Diese Öffnung dürfte
wohl durch den Druck entstanden sein, der während
des Entstehungsprozess im Innern der Kammer durch die
Verdampfung des eindringenden Meerwasser entstand. Der
dicke steinerne Pfropfen, der außen neben dieser
Öffnung liegen blieb, legt noch heute Zeugnis davon
ab.
In diesem idyllischen unterirdischen See
lebt ein zierlicher, fast blinder Krebs, ein Albino
mit dem wissenschaftlichen Namen Munidopsis polymorpha
( siehe auch: Geologische
Streifzüge auf Lanzarote und Graciosa) . Er
ist eine nur hier vorkommende zoologische Rarität,
obwohl er zur Urfauna gerechnet wird.
Am südlichen Ende der Höhle
befindet sich der Zugang zum Túnel de la Atlántida,
eine erstaunliche unterseeische Höhle von über
1,5 Kilometern Länge, in welcher der Weltrekord
in der Unterwasser-Höhlenforschung aufgestellt
wurde.
Nach Abschluss der ersten Phase einer
zweckentsprechenden Umgestaltung wurde dieses bedeutende
Zentrum für Kunst, Kultur und Tourismus im Jahre
l966 von der Inselverwaltung für das Publikum eröffnet.
Neben Los Jameos del Agua
wurde später La Casa de los Volcanes (das
Haus der Vulkane) erstellt, das eine auf dem Gebiet
der Wissenschaft modellhafte, avantgardistische Institution
beherbergt, die sich mit der geologischen Beschaffenheit
der Insel befasst und weltweites Ansehen genießt.
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